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7.7.2013

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Milon Mukherjee
Poesie auf Leinwand

Milon Mukherjee

lebt im jetzigen Augenblick, in der immerwährenden Gegenwart. Das beinhaltet, daß er seine nächsten Kunstwerke nicht plant. Sie kommen zu ihm, während das Leben passiert: zufällig, überraschend, und immer als Geschenk.

"Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Jeder Tag entfaltet etwas neues in meinen Augen, meinem Geist, meinem Sein," sagt er.

Zum Beispiel eines seiner bekanntesten Gemälde, DIE MUSIKANTEN, kam zu ihm als Überraschung und als Geschenk gleichermaßen: Es war 1993, als Indien unter Unruhen und politischen Umwälzungen litt. Jeder war auf der Hut, keiner traute seinem Nachbarn, die Augen der Leute wanderten unruhig umher, ständig ihre Umgebung absuchend nach möglichen Gefahren.

Milon Mukherjee

bummelte auf einem Bahnsteig für Regionalreisende der Indischen Eisenbahn in Bombay/Mumbai. Zu jener Zeit war die Luft dick mit Angespanntheit. Ungewöhnlich wenige Menschen waren unterwegs.

Dann tauchte dieser kleine Junge mit seinem zerlumpten Harmonium aus dem Nichts auf und begann auf seinem Instrument zu spielen. Bald darauf gesellte sich ein noch kleineres Mädchen zu ihm und fing an, mit ihrer klaren Stimme zu singen, eine traditionelle, bekannte Weise. Es dauerte nicht lange, und zu dem Paar gesellten sich noch zwei andere Kindermusikanten, die sich beteiligten und die Gruppe DER MUSIKANTEN vervollständigten.

Diese zufällige Gruppe wurde bald von einer ständig größer werdenden Ansammlung von Zuhörern umgeben, die dann sogar damit anfingen, in ihre Hände zu klatschen und sich im Rhythmus der Musik zu wiegen. Die Angespanntheit und Angst, die zuvor dick genug gewesen war, daß man sie mit einem Messer hätte schneiden können, verschwand ganz einfach. Die Atmosphäre im Bahnhof harmonisierte und heilte. Diese bettelnden Kinder hatten mit ihrer Musik ein Wunder bewirkt.

Zutiefst beeindruckt und berührt von dieser Begebenheit, ging

Milon Mukherjee

nach Hause und malte DIE MUSIKANTEN. Es ist ein absolut typisches Werkstück von

Milon Mukherjee

, getragen von tiefem Respekt, ja sogar Liebe für Indien's Menschen und ihre Kultur, die so alt wie lebendig ist.

Diese tiefe Liebe zum Menschen, ausgedrückt in klaren, strahlenden Farben, berührt sofort unsere Herzen, wenn wir

Milon Mukherjee

's Malereien betrachten. Sie haben meist etwas beruhigendes. Über

Milon Mukherjee

's Gemälden zu meditieren, erhebt unseren Geist und beruhigt unsere Gedanken.

Milon Mukherjee

lebt in einem Dreieck der Künste: Malerei, Musik und Tanz - und Dichtung. Seine Malereien sind oft inspiriert von Musik und Musikanten und sie sind

Poesie auf Leinwand

. Seine Dichtung ist Malerei von Worten in strahlenden, klaren Farben, so, wie er sie auf seinen Leinwänden verwendet. Und hinter beidem, der Malerei und der Poesie, spürst du den Puls des Lebens, einen musikalischen Rhythmus, der dich hinweg trägt.

Milon Mukherjee

's Lebenswerk zeigt immer wieder kehrend das Morbide, das Brüchige, die Mühsal und das Vergängliche – und gleichermaßen ausdrucksvoll den Trost: die Musik, den Tanz, die Liebe.

Die kreativen Ausdrucksformen in all ihrer Vielfalt sind

Milon Mukherjee

's Allheilmittel gegen die Vergänglichkeit des Daseins.

Es ist das Stirb und Werde an sich, womit sich

Milon Mukherjee

ständig beschäftigt – wenig überraschend für einen Skorpion Geborenen. Und so sind die Kunstwerke von anderen, die er am meisten bewundert,

Edvard Munch

's "Schrei",

Pablo Picasso

's "Guernica",

Henri de Toulouse-Lautrec

's "Ballett Tänzerinnen" und

Maqbul Husain

's "Mutter".

1939 erblickte

Milon Mukherjee

in Kalkutta das Licht und die Schatten dieser Welt – Kalkutta/Kolkata/Kalikut, die Stadt der Kali, der Hindu Göttin des Todes, der Zerstörung und auch der Erneuerung und der Verwandlung, die Beschützerin der Menschen, göttliche Mutter Kalima, deren zerstörerische Wut sich gegen Ungerechtigkeit und Unbill richtet.

Kali ist auch Kala, die Zeit, die alles zerstört und verschlingt. Sie ist Mutter Erde selbst, aus der alles entsteht und zu der alles zurückkehrt, diejenige, die dafür sorgt, daß nichts jemals wirklich verloren geht. Sie ist Shakti, die reine weibliche Lebensenergie. Ist es vielleicht sie selbst, die

Milon Mukherjee

den Antrieb zu seinem Werk verleiht?

Der Verdacht drängt sich auf, denn in einem Interview nannte er sich "die alleinerziehende Mutter seiner Kinder", seiner Malereien. Deren Mutter. Nicht deren Vater. "Ich habe diese Kinder geboren", sagt er.

Darüberhinaus, sein erstes Kunstwerk war eine Zeichnung von Händen im Namaskar Mudra: die Geste von vor dem Herzen gefalteten Händen, mit den gestreckten Fingern nach oben. Bekanntlich wird es in Indien zusammen mit dem Wort Namaste als Gruß verwendet.

Namaste bedeutet: Das Göttliche meiner Seele grüßt das Göttliche deiner Seele. Ernsthaft und konzentriert ausgesprochen, stellt es in Verbindung mit dem Namaskar Mudra die spirituell wertvollste Grußformel dar, die wir kennen. Das haben Hochsensible immer wieder bestätigt. Energetisch stärkt es unsere Verbindung zum Göttlichen und erdet uns gleichermaßen. Es kreiert Schwingungen der Glückseligkeit.

Genau diese Haltung spiegelt

Milon Mukherjee

in seiner Kunst wider: größte Hochachtung vor dem Menschen, wie jämmerlich sein Erdendasein auch sein mag. Eine tiefe Liebe und Ehrfurcht vor dem Menschen, ganz unabhängig von äußerem Tand und Maskerade. Es ist diese tiefe Menschlichkeit, die aus

Milon Mukherjee

's Malereien spricht und die uns seine Kunst so sehr sympathisch macht.

Sogar schon als Kind hat er diese Haltung in seinem allerersten Kunstwerk zum Ausdruck gebracht. Und so könnte das Namaskar Mudra das Motto für

Milon Mukherjee

's Kunst sein.

In seinen eigenen schöpferischen Prozessen reflektiert er diesen unauflöslichen Widerspruch: Schmerz und Freude nebeneinander, tiefe Befriedigung und Unzufriedenheit gleichzeitig. Er beschreibt den Vorgang seines Malens so: "Offen gestanden bin und war ich immer leidend, ich plage mich und gleichzeitig liebe ich den Prozess meiner Ausführung des Gedankens hinter dem Thema. Doch sobald die Leinwand fertig bemalt ist, fange ich sofort an, das Interesse zu verlieren. Weil ich denke, daß ich es sehr viel besser hätte ausführen können. Und so bleibe ich jedes mal unbefriedigt."

Milon Mukherjee

wuchs in Barisal auf, welches zu jener Zeit zu Bangla Desh gehörte, in einer Mittelklasse Familie als der jüngere von zwei Brüdern. Er verlor seine Mutter im Alter von zwei Jahren. Er erfuhr viele Aufs und Abs in seinem Leben. Darunter auch viele Jahre Leben in den Slums, wo er einen Großteil seines Lebenswerks an den Monsun verlor.

Milon Mukherjee

's einziger und älterer Bruder war für ihn, was Theo für

Vincent van Gogh

war: Sein Mentor, sein Unterstützer, sein Beschützer. Es war sein Bruder, der durchsetzte, daß Milon auf die Kunstschule geschickt wurde – indem er den Vater überzeugte, daß Milon ohnehin zu nichts anderem taugen würde.

Erst dort, nachdem er schon etliche Semester studiert hatte, gelangte Milon selbst zu der Überzeugung, ein Künstler zu sein: als ihm Ölfarben vorgestellt wurden. Die Leuchtkraft dieses Materials nahm ihn vollkommen gefangen. Vor diesem Zeitpunkt war er sich selbst seiner Liebe zur Kunst völlig unbewußt gewesen, sogar als Kunststudent. Sie war einfach immer da gewesen, wie die Luft, die wir atmen, wie die Schönheit der Natur, die uns umgibt.....und wir sind uns häufig nicht im Klaren darüber, daß wir sie lieben.

Nach seiner fünfjährigen formellen Ausbildung am Government Art College der Universität von Kalkutta war

Milon Mukherjee

Industriedesigner für Metal Box Company, außerdem arbeitete er als freiberuflicher Illustrator für Buchtitel und er war Illustrator für Clarion Advertising und Times of India.

Milon Mukherjee

hat viele Länder bereist. Außerhalb Indiens lebte er in Rom, Paris, London, Sandhurst, Stockholm, Frankfurt, Genf, Beirut, Ägypten, Kuwait, Dubai, Thailand, Malaysia, River-Kwai-Village, Singapur, Sydney, Canberra, Melbourne, Blue-Mountain und Perth.

Genau wie in seinem Heimatland Indien, ist

Milon Mukherjee

auch auf seinen Reisen hauptsächlich an Menschen interessiert, ihren Bewegungen, ihren Leben, der Energie, die durch ihre Bewegungen wirkt. Diese Energie nennt er universell. Da haben wir es wieder: die Shakti Kraft ist, was ihn am meisten fasziniert.

Konsequenterweise feiert

Milon Mukherjee

in seiner Kunst die

Menschheit als Ikone

.

Aber wer will schon eine Hure, die ihn von über seinem Sofa herunter anschaut? Niemand.

Das ist, weshalb

Milon Mukherjee

's erste Einzelausstellung in Kalkutta/Kolkata zwar Stadtgespräch war, aber ein finanzielles Desaster.

Typisch für

Milon Mukherjee

, hatte er keinen einzigen Gedanken an 'den Markt' verschwendet, sondern gemalt, was und wer seinem Herzen nahe war: die Unterprivilegierten, Einsamen, sich mühenden, leidenden Menschen. Die namenlosen Heldinnen des Alltags. Die Prostituierten von Kalkutta's Rotlichtbezirk.

Jetzt, fünf Jahrzehnte später, schielt

Milon Mukherjee

immer noch nicht nach 'dem Markt', - jedenfalls nicht, solange es um seine Kunstproduktion geht. Er hat niemals ein Kunstwerk erschaffen mit dem Gedanken an dessen Verkaufsfähigkeit. Er sagt: "Nach dem Erschaffen, wenn es sich verkauft, bin ich natürlich glücklich, zu denken, daß es von einem Betrachter so sehr bewundert wurde, daß er es besitzen möchte. Ich wäre stolz wie ein Vater, der sich freut, wenn seine gute Tochter an jemand anderen verheiratet wird."

Aber 'der Markt' schielt nach ihm und macht das schon geraume Zeit.

Seine erste Einzelausstellung 1971 in Bombay/Mumbai 'Kinder ohne Kindheit' war in weniger als einer Woche komplett ausverkauft – trotz einiger sehr unappetittlicher Medienberichte. Diese Einzelausstellung war sein persönlicher Durchbruch.

Zu den Hochs in

Milon Mukherjee

's Leben gehören Einladungen zu Einzelausstellungen in Dubai, Kuwait, Paris, Perth, Stockholm und Sydney.

Milon Mukherjee

hat zahlreiche private Sammler und tätigte eine große Anzahl an öffentlichen Verkäufen, u.a. an Times of India, India Abroad Newspapers Sydney, Taj Hotels Mumbai, Grand Hotels of Calcutta, Goodricke India, Unit Trust of India, Gujarat Fertilizers, Damania Group und viele andere mehr.

Da seine Kunst eine einzige große Liebeserklärung an sein Heimatland Indien ist, und die Magie Indiens zu uns durch seine Malereien spricht, ist es keine Übertreibung,

Milon Mukherjee

einen

Botschafter der indischen Kultur

zu nennen.

Laß dich berühren von dieser heilsamen Magie!

2016/09/21

Text und Übersetzung aus dem Englischen: Claudia Köhler
www.Galerie-Inka.eu
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